95 min
© 1940
Bette Davis, Herbert Marshall, James Stephenson, Frieda Inescort, Gale Sondergaard, Bruce Lester
Krimi
DVD 924
Das Geheimnis von Malampur
(The Letter)

Leslie Crosbie lebt als Frau eines englischen Pflanzers in der Nähe von Singapur. Als sie Jeff Hammond aus nächster Nähe erschießt, gerät sie bald unter Mordverdacht. Ihr fürsorglicher Mann Robert und die feine englische Gesellschaft von Singapur vertrauen jedoch ihrer lebhaften Schilderung, wonach sie nur in Notwehr ihre Ehre gegenüber dem zudringlichen Hammond verteidigt habe. Roberts bester Freund, der Anwalt Howard Joyce, übernimmt Leslies Verteidigung. Howard ist zunächst nur von ihrer sehr gefasstem Auftreten überrascht. Als ihn jedoch Hammonds malaiische Witwe mit einem Brief erpresst, den Leslie ihrem Mann an seinem Todestag geschrieben hatte, zweifelt er an ihrer Unschuld. Offenbar ist Leslie eine kaltblütige Mörderin, die ihren Geliebten aus Eifersucht tötete. Howard gerät in einen heftigen Gewissenskonflikt.
Trotz seiner Skrupel lässt er sich jedoch von Leslie dazu überreden, Mrs. Hammond den belastenden Brief für eine hohe Summe abzukaufen. Er will damit seinem Freund Robert eine peinliche Überraschung ersparen. Es gelingt Howard trotz seines sehr unterkühlten Plädoyers, dass Leslie vor Gericht freigesprochen wird.
Robert möchte mit ihr fortziehen, um die Erinnerung an das schreckliche Geschehen zu vergessen. Er will auf Sumatra eine Plantage kaufen, doch Leslie hat seine Ersparnisse bereits für den ominösen Brief ausgegeben. Schockiert erkennt Robert, dass sie nicht nur eine Mörderin ist, sondern noch immer eine besessene Liebe zu dem toten Hammond empfindet. Die tief verletzte Mrs. Hammond will sich indessen an ihrer Rivalin rächen.

„Oscar”-Preisträger William Wyler gelang die packendste Version des vierfach verfilmten Romans von W. Somerset Maugham (1874-1965), dessen Werke für ihren psychologischen Realismus bekannt sind. Herbert Marshall, der den Liebhaber in der ersten Verfilmung von 1929 spielte, ist in der Rolle des ahnungslosen Ehemanns zu sehen. Als Tribut an die damals herrschende Zensur bekam der Film ein dramatisches und moralisches Ende.

ARD
13.07.2005